Internet

Blogbeiträge zum Thema Internet. Von allgemeinen Informationen bis hin zu rechtlichen Aspekten.



Urheber vs. Verwerter PDF Drucken E-Mail
Internet
Samstag, den 07. April 2012 um 11:25 Uhr

Seit langer Zeit brandet in den Medien das Thema "Urheberrechtsverletzungen" und deren gesetzlich geplante Konterparts wie ACTA, Urheberrechtsschutsgesetz etc. hoch, wie jeder interessierte Leser bestimmt schon bemerkt hat.

Leider scheint es, dass in der Gesellschaft und auch bei den direkt Beteiligten noch nicht der wirkliche Kern des Problems angekommen ist.

Die eigentliche Aussage bei den Aussagen in den Medien ist immer die Gleiche: Den Urhebern, meint eigentlich den Rechteverwertern, geht Geld dadurch flöten, weil jeder Internetnutzer ein Raubkopierer ist. Und die müssen alle Geld bezahlen oder ins Gefängnis.

Solange es klar definierte Vertriebskanäle gab, sprich Buchläden, Plattenläden, Zeitungsstände etc. war das auch alles kein Problem. Die konnte man kontrollieren. Zu Zeiten des Internets hat sich dies jedoch drastisch gewandelt. Denn das Internet lässt sich nicht kontrollieren. Und schon gar nicht in dem Umfang, den die Verwerter gerne hätten, um ihre Gewinne zu sichern.

Die Urheber als solche tangiert das eher wenig, da sie durch Verträge, oftmals sogar durch "Total-Buy-Out"-Verträge (die nebenbei bemerkt auch rechtswidrig sind), an die Verwerter gebunden sind. Durch solche Verträge geben sie quasi alle Rechte an ihrem geistigen Eigentum, welches so oft in den Begrifflichkeiten der Medien verwendet wird, uneingeschränkt an die Verwerter abgeben. Dafür enthalten sie entweder eine Pauschalentlohnung (Fernsehautoren, Journalisten etc.) oder eine Beteiligung pro verkauftem Datenträger (CD, Buch, DVD). Diese liegt jedoch im niederen Prozentbereich, je nachdem wie geschickt man verhandelt hat. Das bedeutet, die Urheber haben nur recht wenig Anteil am Gewinn ihres Werkes.

Natürlich will auch niemand den Verwertern das Recht auf Gewinn abstreiten, den sollen sie wohl haben. Denn sie geben Geld für Werbung, Erstellung der Datenträger usw. aus.

Nur ist es offensichtlich, dass eben diese Verwerter die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt haben und deshalb weiter auf ihre anachronistischen Vertriebswege bauen. Das machen sie nicht nur unter anderem, weil sie in Zeiten des Internets und der digitalen Kopie ihre Felle davonschwimmen sehen. Somit ist ihr Geschäftsmodell extrem gefährdet, weshalb sie den Gesetzgeber drängen eben dieses historisch begründete Geschäftsmodell zu schützen. Und der versucht das sogar weltweit.

Nur warum? Einen plausiblen Grund dafür gibt es nicht. Denn die Urheber selber sind frei in ihrer Entscheidung, wie sie ihr Werk vermarkten wollen. Sie brauchen heute nichtmehr unbedingt einen Rechteverwerter an ihrer Seite. Sie können heute auch andere Vertriebskanäle benutzen, bei denen sie die Einnahmen ohne "Zwischenhändler" für sich verbuchen können. Ein gutes Beispiel dafür ist Youtube.

Mal ehrlich, bei dem alten Vertriebsmodell bekomme ich als Musiker vom Verwerter 2% vom Erlös eines Datenträgerverkaufs. Ob der Datenträger auch im Ausland verkauft wird, hängt ganz davon ab, was mein Verwerter investieren will. Also ist mein Markt eingeschränkt nach dem Willen des Verwerters. Verkaufe ich also national 50.000 von meinen Datenträgern, respektive der Verwerter tut dies, zu einen Preis von 15 Euro, habe ich ein Einkommen von 15.000 Euro.

Demgegenüber könnte ich mein Werk im Internet weltweit, denn es gibt keine Einschränkungen, sofern es gut genug ist ohne Verwerter über das sogenannte virale Marketing um ein vielfaches mehr verkaufen. Die Plattformen dafür gibt es bereits und es entstehen immer mehr davon. Verkaufe ich auf dieser Basis dann anstatt 50.000 meiner Datenträger 500.000 digitale Kopien meiner Werke zu jeweils 20 Cent das Stück, habe ich 100.000 Euro Einkommen. Und zwar ohne Zwischenhändler. Es ist nämlich keinesfalls so, dass alle Internetbenutzer Raubkopierer sind. Im Gegentiel, wenn sie die Werke für einen vernünftigen Preis kaufen können, tun sie dies auch. Als Beispiel dient hier Apples i-Tunes, bei dem der Urheber 30% des Verkaufserlöses bekommt. Und das nicht nur pro CD, sondern auch pro einzelnem Song. Der Preis pro Song liegt meistens bei 99 Cent, das heißt der Urheber bekommt ca. 30 Cent dafür. Und die Marke von mittlerweile über 100 Milliarden verkauften Songs bei i-Tunes spricht für sich. Die Leute wollen bezahlen, um die Werke zu hören, lesen oder sehen.

Ich selber habe eine sehr große CD/DVD/BluRay-Sammlung, alles Originale. Viele davon habe ich erst über das Internet (Stichwort virales Marketing) kennengelernt. Wenn sie mir gefallen haben, habe ich mir das Original geholt. Ebenso ist es mit den e-Books. Ich lese viele kostenlose Bücher aus dem Internet. Und wenn mir das Buch gefällt, kaufe ich die Printausgabe, damit ich sie jederzeit griffbereit habe, wenn ich nach einem langen Arbeitstag im Bett noch ein paar Seiten zur Entspannung lesen möchte.

Aus meiner Sicht ist eine Entflechtung der Diskussion dringend notwendig. Denn Urheberrecht ist nicht gleich Verwerterrecht. Das wird jedoch immer wieder in den gleichen Topf geschmissen. Aber genau das darf nicht passieren. Es gab bereits Ende der 90er Jahre einen entsprechenden Gesetzesentwurf für eine Erneuerung des Urhebervertragsrecht. Dieser Entwurf wurde jedoch durch Lobbyismus verwässert und ist nur noch ein Abklatsch dessen, was eigentlich erreicht werden sollte. Einer Stärkung des Urheberrechtes würde ich jederzeit, sofern er sinnvoll ausgestaltet ist, zustimmen. Einer Stärkung der Verwerterrechte jedoch nicht. Denn die haben ein nicht mehr funktionierendes Geschäftsmodell, das sie überdenken müssen. Ich bekomme auch keine rechtliche Hilfe zur Stärkung meines Geschäftsmodells. Ich muss mich nach dem Markt richten und nachdenken wie ich meine Produkte an den Kunden bekomme.

Ich habe eine Menge Programme und Erweiterungen für bestehende Programme geschrieben. Somit bin ich dessen Urheber. Wie werde ich sie los? Über virales Marketing! Viele meiner Produkte sind für den privaten Gebrauch kostenlos. Für den gewerblichen Gebrauch sind sie jedoch kostenpflichtig. Und wie erfahren die gewerblichen Nutzer von meinen Produkten? Durch private Benutzer, die in Foren etc. Werbung dafür machen, weil sie das Produkt gut finden. Die Quote der gewerblichen schwarzen Schafe, die meine Produkte nutzen, ohne dafür zu bezahlen, liegt bei unter einem Prozent. Damit kann ich leben. Sie sehen, ich brauche keinen Verwerter, der das Marketing übernimmt. Und ich kann Produkte kostenlos anbieten freue mich sogar darüber, dass die Leute die Produkte anwenden. Weltweit. Und ich verliere nichts dabei. Im Gegenteil, ich gewinne dabei.

Also, lieber Gesetzgeber, schaffe bitte ein Urheberrecht, das die Urheber schützt und nicht die Verwerter. Und, liebe Urheber, beschäftigt euch mal mit den zeitgemäßen Alternativen zu den althergebrachten Modellen. Und ich sage euch es funktioniert. Die Pakete unter eurem Tannenbaum werden nächste Weihnachten dann größer sein.

 
Arme Sau! PDF Drucken E-Mail
Internet
Freitag, den 30. März 2012 um 14:16 Uhr

Der Mord an Lena (11) in Emden in einem Parkhaus ist ein schlimmes Verbrechen. Dem wird jeder zustimmen.

Kurz darauf wurde auch ein Verdächtiger festgenommen, der angeblich auf einem der Überwachungsvideos aus dem Parkhaus zu sehen gewesen ist.

Daran ist ja erstmal nichts auszusetzen, denn wenn jemand verdächtigt wird eine Straftat begangen zu haben, dann muss dem seitens der Staatsanwaltschaft mit Hilfe der Polizei auch nachgegangen werden. Das wird auch jeder verstehen.

Unverständlich ist allerdings, dass sowohl Staatsanwaltschaft als auch Polizei Daten auf Pressekonferenzen herausgegeben haben, die den Verdächtigten mehr oder weniger eindeutig identifiziert haben. Das hätte unter allen Umständen unterbleiben müssen. Der alleinige Hinweis auf die Unschuldsvermutung reichte in keiner Weise, denn die Presse hat genau dies nicht berücksichtigt. Für die Presse war klar, verhaftet bedeutet schuldig, ein Haftbefehl tut das seinige dazu.

Angesichts der Informationen die verbreitet worden sind, haben sich einige Benutzer des sozialen Mediums Facebook zu einem quasi "Lynchmob" vor der Polizeidienststelle versammelt in der der Verdächtigte sich aufhielt. Lynchmobs kannte ich bis dahin nur aus uralten Western als der amerikanische Westen zu Zeiten der Kolonialisierung noch mehr oder weniger rechtsfreies Gebiet war. Aber in unserer heutigen Gesellschaft? Sorry, da kann ich nur sagen, ihr Teilnehmer dieses Mobs seid alle nur Idioten! Und wenn man jetzt rechtlich gegen euch und den Initiator vorgeht ist das nicht mehr als RECHT!

Dabei darf man aber auch nicht ausser acht lassen, dass die Staatsanwaltschaft und die Polizei auch ihren Teil dazu beigetragen haben, dass es überhaupt dazu kommen konnte. Alle Gründe dazu aufzuführen, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, deshalb verweise ich nur auf den Artikel von Prof. Dr. Henning Ernst Müller.

Was aber bei der ganzen Diskussion eigentlich komplett ausser acht gelassen wird, ist wie es dem "angeblichen Täter" nach seiner Entlasung aus der Untersuchungshaft gehen wird.

Glauben Sie wirklich er wird wieder in ein normales Leben zurückkehren können? Glauben Sie wirklich er wird seine Wohnung jemals wieder betreten können ohne an die ungerechtfertigten Beschuldigungen denken zu können?

Dieser junge Mann, der nichts unrechtes getan hat, sondern sich nur einer Inquisition der Polizei ausgesetzt sah, mit der er nicht umgehen konnte (welcher Erwachsene kann das überhaupt?) und sich deshalb in Widersprüche verstrickt hat kommt nun als bewiesenermaßen Unschuldiger wieder nach Hause.

Aber man sehe die Blicke der Nachbarn, wenn er zur Schule geht, die Mütter, die ihre Kinder zu sich rufen sobald er nur in der Nähe ist. Graffitis an der Hauswand, Drohbriefe, soziale Isolation und noch vieles mehr was Sie sich, werte Leser, nicht mal in Ihren kühnsten Albträumen vorstellen könnten. Aber Sie sind ja auch weit davon weg und bekommen nichts davon mit. Und nächste Woche haben Sie das sowieso vergessen. Dann hat man vielleicht den richtigen Täter gefasst und schleift den durch die Presse. Oder man hat den nächsten, der unschuldig ist festgenommen.

Ich kann nur alle Leser bitten, nicht zu voreilig den Presseberichten Glauben zu schenken, die einen Menschen der angeblich eine Straftat begangen haben soll auch gleich als Schuldigen zu betrachten. Ich kann nur immer wieder darauf hin weisen, dass solange es keine Beweise gibt die Person als unschuldig gilt. Das steht in unserem Grundgesetz uns sollte auch von allen Bürgern so betrachtet werden.

Ich selbst habe mich bereits in einer solchen Situation befunden. Das ist mittlerweile schon über 30 Jahre her. Aber es hängt mir immer noch nach und kommt auch immer wieder an den Tag durch Äußerungen unserer Mitbürger, die auch immer wieder Albträume bei mir auslösen.

Der unbenannte 17-jährige Junge aus Emden hat mein ungeteiltes Mitgefühl. Hoffentlich muss er nicht so lange leiden. Das würde ich mir für ihn wünschen. Wenn ich könnte, würde ich ihm eine aufmunternde Mail zukommen lassen und ihn bitten sich in psychologische Behandlung zu begeben. Ebenso seine Eltern. Ansonsten geht das ziemlich schief.

Abschliessend kann ich nur fragen, ob sich die Staatsanwaltschaft darum kümmert, das dem Jungen und seinen Eltern geholfen wird. Das wird wohl aber nicht der Fall sein, wenn die Eltern sich keine Rechtsschutzversicherung leisten können, um den Staat auf entsprechende Maßnahmen und Schadenersatz zu verklagen. Aber auch das wird Jahre dauern und das Spiessrutenlaufen, was er jetzt wird durchmachen müssen nicht im geringsten lindern.

 
Internet vs. Mittelalter PDF Drucken E-Mail
Internet
Montag, den 30. Januar 2012 um 18:42 Uhr

"Wer dem Internette frönt und ihm zubilligt einen gehörigen Einfluß auf die Gesellschaft des Herrn zu haben, der sei gewahr, dass dem Internet zerstörerische Kräfte innewohnen, deren jedweder Genuß sich letztendlich in einem wahren Höllenfeuer für den Benutzer offenbaren wird."

So oder so ähnlich, ich bin dem mittelhochdeutschen nicht wirklich firm, könnte sich eine Äußerung der Mächtigen angehört haben, falls es das Netz schon im Mittelalter gegeben hätte.

Ähnlich hören sich aber die Verlautbarungen des CDU-Politikers Ansgar Heveling (MdB) an, der am 30.01.2012 im Handelsbaltt einen entsprechenden Kommentar verfasst hat. Bitte nicht lachen, das hat er ernst gemeint und das Handelsblatt ist nicht für seine Satire berühmt.

Aber im Ernst, wie kann ein Politiker, der noch dazu nicht mal zu den älteren Semestern unserer Volksvertretung gehört, einen solchen Stuß vom Stapel lassen? Ich habe ihm diesbezüglich einen Brief per Taube zustellen lassen. Die Antwort erwarte ich in einigen Tagen. Falls die Taube nicht per Pfeil und Bogen vom Himmel geholt wird. Immerhin ist es ja eine Strecke nach Berlin.

Zu seinen Gunsten gehe ich mal davon aus, dass er, vom Lobbyismus der Rechteverwerterindustrie unterstützt, ausssagen wollte, das Internetpiraterie der falsche Weg ist. Dem mag man ja auch noch zustimmen. Aber Internetpiraterie dann noch mit der Piratenpartei gleichzusetzen ist doch schon wirklich etwas weit hergeholt.

Die Forderung der Piraten nach Transparenz und Mitbestimmung der Bürger in der Politik als Tod der Demokratie zu werten ist doch etwas sehr weit hergeholt. Zumal er als Beispiel die französische Revolution bemüht, bei der es um nichts anderes allerdings auf einer anderen Ebene ging. Aber vielleicht sieht er sich ja als digitalen Robespierre und möchte gerne die Herrscher des Internet digital guillotinieren lassen. Nur leider übersieht er dabei, dass es die Bauern, die kleinen unbescholtenen Nutzer es sind, die diese Revolution losgetreten haben. Und er gehört nun mal nicht dazu, sondern er gehört zur feudalen Klasse, die versucht das Volk weiterhin dumm zu halten und nur Politik für diejenigen zu machen, die auch entsprechend dafür bezahlen.

Der größte Hohn bei dieser Lachnummer ist ja (und ich habe beim lesen des Artikels und der Kommentare dazu wirklich Tränen gelacht), das ein solcher Mensch auch noch in der Enquete-Kommision "Internet und digitale Gesellschaft" des Bundestages sitzt. Ein Schelm wer jetzt denkt, dabei könnte es sich um taktisches Kalkül der ach so Christlichen Deutschen Union handeln.

Gelesen auf: Netzpolitik.org

 
Google stuft in Zukunft Seiten mit zuviel Werbung herab PDF Drucken E-Mail
Internet
Freitag, den 20. Januar 2012 um 16:01 Uhr

Wie Google heute in seinem Blog angekündigt hat, werden zukünftig Seiten die überdurchschnittlich viel Werbung im oberen Bereich enthalten im Ranking herabgestuft.

Hintergrund der Änderung sind Beschwerden von Benutzern, die vor lauter Werbung auf den Seiten den eigentlich gesuchten Inhalt nicht mehr oder nur schwer finden konnten. Auch die Lesbarkeit bei zuvielen Anzeigen zwischen dem eigentlichen Text leidet erheblich.

Natürlich hat Google kein Interesse daran Werbung auf den Seiten zu unterbinden, da das Unternehmen ja selbst davon lebt. Allerdings möchte der Suchmaschinenriese dafür sorgen, dass Seiten weiter oben in den Suchergebnissen erscheinen die dem Benutzer ein besseres Surferlebnis bieten.

Technisch gesehen bedeutet das, Google wird das Layout einer Seite zukünftig deutlich mehr in das Ranking mit einbeziehen als bisher. Webseitenbetreiber sind also gehalten, die Usability der Webseiten mehr ins Auge zu fassen und zu verbessern.

Webmaster können sich das Werzeugs Browser Size bedienen, das in den Google Webmaster Tools enthalten ist, um ihre Seiten zu überprüfen.

 
Sind wir alle Fischer? PDF Drucken E-Mail
Internet
Freitag, den 16. Dezember 2011 um 13:05 Uhr

Ich rede jetzt nicht von Petrus, der ja als Menschenfischer Jünger für die Gemeinde des "Herrn" aquirieren sollte. Das wäre heute eigentlich Aufgabe des Papstes, der darin anscheindend aber mehr als kläglich versagt. Aber darüber will ich mich gar nicht näher auslassen.

Tatsächlich geht es um den Beitritt der EU zum ACTA-Abkommen, der heute beschlossen wurde. Mal ganz abgesehen davon, dass das ACTA-Abkommen nur hinter verschlossenen Türen verhandelt worden ist und die Bürger der EU wenig oder gar nichts davon erfahren haben, wie in Zukunft die Verletzung von Urheberrechten innnerhalb der EU behandelt werden soll, die Tatsache, dass der Beitritt im Fischerei-Ausschuss des EU-Rates ohne weitere Diskussion beschlossen worden ist, läßt doch tief blicken.

Auf gut deutsch gesagt, hat man sich ein Gremium gesucht, das entscheidungsfähig genug ist, um einen solchen Beitritt zu entscheiden. Wenn man dabei im Hinterkopf hat, wie fischereirechtliche Dinge im deutschen Bundestag behandelt werden, respektive wieviele Abgeordnete sich daran beteiligen, mutet es doch seltsam an, dass im Europäischen Parlament sich eine Mehrheit der EU-Ratsmitglieder als Teilnehmer in genannten Ausschuß hat registrieren lassen. Ob das wohl daran liegt, dass EU-Ratsmitglieder mehr Fisch essen als Otto-Normalverbraucher? Das steht zu bezweifeln.

Aber dies ist ja kein Einzelfall. Es wurden schon eine Reihe weiterer kritischer Entscheidungen genau durch dieses Gremium gezogen.

Sollten wir uns als mündige EU-Bürger jetzt verarscht vorkommen? Nein, wie könnte man auch darauf kommen? Die Entscheidungen wurden ja nur im Fischerei-Ausschuss gefällt, damit sie auch zeitnah getroffen werden konnten. Zeitnah genug um sie auch bei dem Treffen der WTO in Genf unterzeichnen zu können.

Wer jetzt denkt, das hätte was mit Lobbyismus in der schlimmsten Form zu tun, ist bestimmt auf dem Holzweg. Geheime Verhandlungen, die Einsicht der EU-Palamtentarier nur in geheimen Räumen mit Strafbewehrung bei Veröffentlichung erlauben, Auslagerung der Entscheidung zwischen Makrelenfangquote und Netzmaschenweite der europäischen Sardinenfischer. Nein, das ist doch demokratisch. Oder doch nicht?

Da drängt sich einem doch förmlich der Verdacht der Korruption auf. Nicht, dass ich behaupten würde es wäre so. Aber der Verdacht liegt doch sehr sehr nahe.

Sorry, wenn ich das jetzt so deutlich sagen muß, aber die Institutionen der EU, die eigentlich von den Bürgern der EU gewählt sein sollten, sind in keinster Weise demokratisch. Solange aber die Bürger sich gegen solche Machenschaften, die schon sehr deutliches an ein totalitäres System erinnern, nicht wehren, wird sich da auch nichts ändern.

 


JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL
Design by Next Level Design Lizenztyp CC