Orden an der Brust? PDF Drucken E-Mail
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Donnerstag, den 16. Februar 2012 um 16:11 Uhr

Es mag ja ganz nett anmuten, wenn man sich ein eisernes Bundesverdienstkreuz an der linken Brust einer deutschen Bundeswehrsoldatin vorstellt.

Die Idee als solches ist allerdings mehr als hanebüchen!

Unser aller amtierender Verteidigungsminister Thoms de Maiziére hat heute vorgeschlagen in Deutschland einen Veteranentag zum Gedenken an die gefallenen Soldaten nach amerikanischem Vorbild einzuführen. Als Datum schlug er den Volkstrauertag vor.

Der Volkstrauertag an sich hat eine historische Bedeutung und soll per se an die Opfer des zweiten Weltkrieges erinnern. Dadurch soll das Gedenken an die vom Nazi-Regime verursachten Greuel gestärkt werden.

Somit stellt sich die Frage, warum an diesem Tag den gefallenen Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr gedacht werden soll? Nicht dass man ihnen nicht gedenken sollte, aber das bliebe doch besser im Kreise der Angehörigen.

Nach offizieller Lesart der Bundesregierung sind die gefallenen Soldatinnen und Soldaten ja auch keine Kriegsopfer, denn wir befinden uns ja in keinem Krieg. Die Bundeswehr leistet ja offiziell nur humanitäre Hilfe. Auch wenn dabei mal ein paar hundert Tote anfallen, deren Angehörige man mit ein paar Euro entschädigt. In Afghanistan sind die Lebenshaltungskosten ja auch nicht so hoch.

Jetzt einen Veteranentag nach amerikanischem Vorbild einführen zu wollen, käme einer Angleichung an die Philosophie der Amerikaner gleich. Die denken nach wie vor ihnen gehört die Welt und haben deshalb auch schon reichlich Kriege angezettelt. Meistens ohne Grund, hauptsächlich um ihre Pfründe zu wahren. Beweise dafür gibt es mehr als genug und der nächste Krieg steht schon ins Haus (die Soldaten müssen ja beschäftigt werden...). Der Iran winkt ja schon förmlich als Ziel für amerikanische Bomben.

Den deutschen Soldatinnen und Soldaten da jetzt einen Vorrang vor den Mitarbeitern der internationalen Hilfsorganisationen geben zu wollen, die auch tagtäglich ihr Leben riskieren und es auch oft lassen, würde jedem gesunden Menschenverstand widersprechen.

Die Soldaten und Soldatinnen der deutschen Bundeswehr solten sich darüber im Klaren sien, dass sie sich in dem Moment in dem sie den Vertrag unterschreiben, einen gefährlichen Beruf ausüben, der sogar zum Tode führen kann. Ebenso wie bei einem Dachdecker. Das wird jeder aus den genannten Berufsgruppen wissen, der versucht hat eine Lebensversicherung abzuschliessen.

Was die oben schon erwähnten Orden angeht, die Herr de Maiziére verleihen will, kann ich nur sagen, dass im normalen Leben auch keine Orden verliehen werden, wenn man seinen Job macht. Macht man ihn gut, bekommt man eine Gehaltserhöhung oder wird befördert. Mehr nicht. Und auch die Bundeswehrangehörigen machen nur ihren Job. Also befördert sie oder gebt ihnen mehr Geld anstelle von irgendwelche Blechsternen oder wie sie auch immer aussehen mögen, die die Bundesregierung für 2,50 Euro inkl. Versand in China bestellt. Die helfen niemandem.

Sorgt lieber für das geistige Wohlbefinden eurer Mitarbeiter nach dem sie grausame Szenen im Einsatz erleben mussten. Das wiegt viel mehr als so ein Orden und hilft viel viel weiter.

 

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